Agiles Projektmanagement mit Scrum

incad Allgemein


Wir erklären wie es funktioniert und was es bringt

Der Begriff Scrum ist derzeit, vor allem in der Software-Branche, in aller Munde. Doch um was handelt es sich bei Scrum überhaupt? Wie funktioniert es, was macht es so besonders und vor allem welche Vorteile bietet es?

Scrum ist ein Framework für das Projektmanagement, insbesondere zur agilen Softwareentwicklung. Der Name „Scrum“ kommt aus dem Rugby, wo er für einen dichten Spielerhaufen, bzw. „Gedränge“ steht. Für das Projektmanagement bedeutet dies vor allem, dass die Teammitglieder eng zusammenarbeiten und ständig miteinander interagieren sollen.

Für Scrum charakteristisch sind:

  • Selbstorganisation des Teams
  • Lernen aus vergangenen Erfahrungen
  • Reflexion von Erfolgen und Misserfolgen
  • ein transparenter Entwicklungsprozess, welcher jederzeit inspiziert und dadurch verbessert werden kann
Agiles Projektmanagement mit Scrum

Sprints

Bei Scrum wird das Projekt in 2 bis 4-wöchige Etappen, sogenannte Sprints eingeteilt. Während dieser fixen Zeit setzt das Team bestimmte Funktionalitäten des Produkts um bzw. verbessert diese. Sprints sollten dabei niemals verlängert werden, können jedoch abgebrochen werden, falls sich die Anforderungen ändern. Ergebnis eines Sprints sollte dann ein voll funktionsfähiges Zwischenprodukt sein, welches dem Auftraggeber zur Überprüfung vorgelegt werden kann – ein sogenanntes „Product Increment“. Durch dessen Feedback wird das Produkt dann laufend verbessert.

Die Scrum-Rollen

Wesentlich für Scrum sind 3 verschiedene Rollen:

1. Product Owner

Der Product Owner ist für die Erstellung einer konkreten Produktvision und in Folge dessen für den geschäftlichen Erfolg des Produktes verantwortlich. Er stellt sicher, dass das richtige Produkt entwickelt wird und definiert die Produkteigenschaften. Außerdem legt er die Anforderungen an das Produkt fest, priorisiert diese und pflegt den Kontakt zum Kunden.

2. Entwicklungsteam

Das Entwicklungsteam besteht aus 5-9 Personen und ist für die technische Umsetzung des Produktes zuständig. Der Product Owner legt die Produkteigenschaften fest, während das Entwicklungsteam diese in der von ihm festgelegten Reihenfolge ausliefert.
Ziel des Teams ist die Umsetzung der Anforderungen in eine qualitativ lauffähige Software, dabei soll es aus Problemen und Komplikationen lernen und sich dadurch kontinuierlich verbessern.
Ausschlaggebend ist auch, dass es keinen Teamleiter gibt – das Team organisiert sich selbst.

3. Scrum Master

Der Scrum Master fungiert nicht als Projektleiter, sondern viel mehr als Team-Coach. Er ist dafür verantwortlich, dass Scrum funktioniert. Er hat dabei das Scrum Framework stets im Blick und kennt die Regeln und Prozesse von Scrum.

Zu seinen Aufgaben zählen:

  • Konflikt- und Problemlösung
  • Unterstützung des Teams
  • Gewährleistung einer effizienten Kommunikation
  • Moderation/Mentoring/Training
  • Schaffung von Transparenz

Die Scrum-Artefakte

Damit eine adäquate Durchführung von Scrum gewährleistet wird, gilt es 3 Artefakte zu beachten:

1. Product Backlog

Im Product Backlog finden sich außerdem vom Product Owner verfasste User Storys (Nutzergeschichten), die die Wünsche der Anwender an das Produkt abbilden. User Storys sind kurz, knapp und verständlich, aus Kundensicht jedoch spezifisch und verständlich formuliert.

2. Sprint Backlog

Beim Sprint Backlog handelt es sich um eine Liste von Aufgaben für das Entwicklerteam, welche in einem Sprint bearbeitet werden sollen. Er umfasst die Einträge, daher Aufgaben des Product Backlogs, welche für den jeweiligen Sprint ausgewählt wurden. Dabei wird er laufend von den Team-Mitgliedern aktualisiert und dient somit zur Übersicht über den aktuellen Bearbeitungszustand.

3. Product Increment

Am Ende jedes Sprints steht ein funktionsfähiges Zwischenprodukt – das Product Increment – dieses kann dem Kunden ausgeliefert werden und dient als Basis für Verbesserungen.

Diese Aktivitäten bringt Scrum mit sich

Sprint Planning

Bei der Planung der Sprints ist das gesamte Scrum-Team beteiligt. Dieses definiert gemeinsam, was am Ende eines Sprints stehen soll und legt somit das Sprint Ziel fest. Auch die Anforderungen werden detailliert diskutiert. Das Ergebnis ist der Sprint Backlog.

Daily Scrum

In einem täglichen 15-minütigen Meeting trifft sich das Team um sich auszutauschen, zu synchronisieren und den Stand der Dinge transparent zu machen.

Folgende Fragen werden dabei besprochen:

  • Welche Probleme hatte ich dabei?
  • Was habe ich gestern erreicht?
  • Was werde ich heute machen?

Sprint Review

Am Ende eines jeden Sprints wird dem Kunden die erledigte Arbeit anhand des Sprint Reviews präsentiert, sowie die weiteren Schritte besprochen. Dadurch kann Feedback vom Kunden erhalten und Verbesserungsvorschläge für das Produkt abgeleitet werden.

Product Backlog Refinement

Im so genannten Product Backlog Refinement organisiert, konkretisiert und aktualisiert der Product Owner den Product Backlog.

Sprint Retrospective

Dabei wird der Prozess analysiert und mit Hilfe von Erfahrungslernen Verbesserungen für das nächste Projekt erarbeitet. Es geht nicht um eine Überprüfung des Product Increment, sondern viel mehr um die Evaluierung der Arbeit des Teams, damit sich dieses kontinuierlich verbessern kann.

Die Webviertler - Agiles Projektmanagement mit Scrum

Was spricht für Scrum?

Durch die Aufteilung komplexer Aufgaben in Sprints, eignet sich Scrum ideal für schwierige und große Projekte. Durch die klare Rollen- und Aufgabenverteilung wird Transparenz geschaffen und das Verantwortungsgefühl der Mitarbeiter gestärkt. Das Team lernt von vergangenen Fehlern, bleibt durch die zügigen Releases motiviert und auch die Zufriedenheit des Kunden ist dank der kontinuierlichen Outputs stets gewährleistet.

Das Scrum-Framework selbst ist einfach durchzuführen und leicht verständlich. Es muss jedoch Zeit zur Einarbeitung in Scrum eingeplant werden, denn tägliche Scrum-Meetings, Sprint-Reviews und die Rollenverteilungen verursachen zu Beginn eine gewisse Umstellung und benötigen Zeit.

Doch der Umstieg auf Scrum lohnt sich und die Vorteile überwiegen, wie viele erfolgreiche Beispiele aus der Hardware- und Software Branche zeigen.

Auch wir bei W4 setzen Scrum bei komplexen Webprojekten ein. Bei Projektbeginn ist es oft nicht möglich, alle Projektdetails zu kennen. Anforderungen ändern sich im Laufe des Projektes. Als Agentur muss man flexibel auf Änderungen reagieren können. Agile Methoden ermöglichen uns rasch sichtbare Ergebnisse und planen Änderungen von vorn herein mit ein. So konnten wir bei Webprojekten mithilfe von Scrum schon viele positive Erfahrung sammeln & tolle Ergebnisse erzielen!

Diesen Beitrag Teilen: