Echo und Datenschutz

Datenschutz-Besorgnisse rund um Amazon’s „Echo“

incad Allgemein


Stellen Sie sich vor, Sie säßen in einem Raum mit sieben Mikrofonen, die kontinuierlich jedes Geräusch in ihrer Umgebung aufnehmen und darüber hinaus Teile der Aufzeichnung langfristig auf einem Server irgendwo auf der Welt speichert – ohne Ihnen eine Möglichkeit zu bieten diese zu löschen. Wahrscheinlich würde Ihre Wortwahl sehr präzise und gemäßigt ausfallen. Genau dies geschieht, wenn man sich einen digitalen Assistenten wie zum Beispiel Amazon’s Alexa zulegt.

Die sieben Mikrofone in einem Amazon’s „Echo“-Gerät lauschen permanent und hören auf ein Aktivierungswort wie beispielsweise „Alexa“. Zwar werden Aufnahmen zwischen den Sprachbefehlen nicht automatisch ins Internet geladen, sobald das Gerät jedoch sein Aktivierungswort hört, beginnt auch die sofortige Übertragung. Zustimmung des Benutzers benötigt Alexa (bis auf das einmalige Akzeptieren der AGBs) dafür nicht.

Die aufgezeichneten Audio-Dateien sowie die transkribierten Textaufzeichnungen werden dann via Amazon-Servern in der Cloud gespeichert. Man kann diese zwar via der Amazon Alexa App aus seinem persönlichen Benutzerkonto entfernen, die Dateien bleiben jedoch auf den Servern bestehen. Bisher gibt es keine garantierte Methode die Audio-Dateien auch aus der Cloud zu entfernen.

 

Doch zumindest oberflächlich wurde bei der Entwicklung von Amazon’s „Echo“-Geräten an den Datenschutz gedacht. Buchstäblich an der Oberfläche des Geräts nämlich. Dort befindet sich zumindest ein Knopf mit dem alle Mikrofone im inneren stumm geschalten werden können. Alexa unterbricht dann die Aufnahme und lauscht auch erst wieder auf das Aktivierungswort, wenn die Mikrofone durch einen erneuten Knopfdruck aktiviert werden.

Die Frage, wer Zugriff auf diese Daten hat und was mit diesen Daten geschieht wurde bisher nur unzureichend beantwortet. Amazon behauptet, dass die Speicherung der Daten notwendig ist, um die Benutzererfahrung zu verbessern und nicht an Dritte weitergegeben werden. Allerdings gab es auch einen Mordfall in den USA im Jahre 2015 bei dem Daten eines Amazon Alexa-Geräts in der Ermittlung eine Rolle spielten. Amazon hat diese Informationen weitergegeben, nachdem der Hauptverdächtige der Weitergabe an das FBI freiwillig zugestimmt hatte.

Bei der Benutzung eines digitalen Assistenten ist also weiterhin Vorsicht geboten. Da auch Google Home, Microsoft’s Cortana und Apple’s Siri eine permanente Internetverbindung für die Benutzung des Services benötigen, gibt es derzeit auch keine sichereren Alternativen. Wer ein abhörfreies Leben wünscht, muss also derzeit noch auf hochwertige Sprachsteuerungen verzichten.

Foto: Amazon

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